Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2009
22.02.2010

Deutlicher Rückgang der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss
Die Unfallentwicklung im Landkreis Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim weist im Jahr 2009 eine weitgehend ausgeglichene Bilanz gegenüber dem Vorjahr auf. Dies berichtete der Polizeidirektor Raimund Swoboda bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2009. Mit Aufklärungsarbeit und Kontrollen konnten durchaus positive Wirkungen erzielt werden, besonders im Bereich der Alkohol- und Geschwindigkeitsunfälle, so der Polizeidirektor. Hier gingen die Zahlen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurück.
Die näheren Erläuterungen zur Verkehrsunfallstatistik wurden von Polizeihauptkommissar Hans Herzog vorgetragen.
Die Gesamtverkehrsunfälle stiegen im Jahr 2009 minimal um 0,4 Prozent auf 2.220 (2008: 2.212). Während bei den Verkehrsunfällen mit Personenschäden erfreulicherweise ein starker Rückgang um nahezu zehn Prozent auf 336 (2008: 373) zu verzeichnen ist, nahmen Unfälle mit Sachschäden hingegen um 2,4 Prozent zu (2008: 1.839; 2009: 1.884).
Verletzt wurden bei Verkehrsunfällen 456 Personen (- 6,7 Prozent), davon 107 schwer und 349 leicht. Die Anzahl der Getöteten verringerte sich nur leicht. Bei zwölf Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang kamen leider insgesamt zwölf Verkehrsteilnehmer (2008: 13) ums Leben. Die häufigste Ursache bei Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang oder Schwerverletzten war das Nichtbeachten des Rechtsfahrgebotes (16,6 Prozent). In vielen Fällen waren auch Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (15,9 Prozent) sowie Fehler beim Überholen oder Vorbeifahren (12,3 Prozent) die Unfallursache.
Betrachtet man hingegen das gesamte Unfallgeschehen liegen die Hauptunfallursachen in anderen Bereichen. Deutlich an der Spitze stehen Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren mit 14,9 Prozent. Die zweithäufigste Unfallursache ist das Nichtbeachten der Vorfahrt oder des Vorrangs (7,4 Prozent) gefolgt von ungenügendem Sicherheitsabstand (5,9 Prozent).
Sehr positiv entwickelte sich im vergangenen Jahr erneut das Problemfeld der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss. Hier konnte mit 33 Unfällen (2008: 52) ein erheblicher Rückgang um 36,5 Prozent und damit der beste Wert seit dem Jahr 2004 erreicht werden. Die Zahl der Drogenunfälle stieg hingegen im Vergleich zum Vorjahr von null auf drei. Insgesamt wurden bei alkohol- und drogenbedingten Verkehrsunfällen aber keine Verkehrsteilnehmer getötet (2008: drei).
Aufgrund einer deutlichen Steigerung der Geschwindigkeitskontrollen mit mobilen Groß- und Handlasermessgeräten konnte die Anzahl der Geschwindigkeitsunfälle auf 147 (2008: 175) gesenkt werden. Im Fünf-Jahres-Vergleich wurde damit der bisher niedrigste Wert erreicht.
Im abgelaufenen Jahr wurden 230 Fälle von Fahrerflucht registriert, was kaum eine Veränderung zum Vorjahr bedeutet (2008: 232). 101 Fälle konnten davon aber geklärt werden, woraus sich eine Aufklärungsquote von 44 Prozent ergibt.
Fahranfänger (18 bis 24 Jahre) waren 2009 an 248 aller Verkehrsunfälle beteiligt
(- 10,7 Prozent). In 155 Fällen (2008: 182) waren die jungen Erwachsenen hierbei Hauptunfallverursacher. Dies entspricht einem Anteil von 6,98 Prozent der Gesamtverkehrsunfälle. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 100 junge Erwachsene verletzt und leider drei getötet. Am häufigsten verursachten Fahranfänger wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen Verkehrsunfälle. Sogenannte Disco-Unfälle ereigneten sich im Jahr 2009 deutlich weniger als im Vorjahr. Die Statistik weist nur einen Unfall in diesem Bereich auf, wobei hierbei eine Person verletzt und niemand getötet wurden. 2008 lag die Zahl der Disco-Unfälle noch bei sechs.
Im Bereich der Senioren (über 65 Jahre) stieg die Beteiligung an Verkehrsunfällen gegenüber 2008 von 137 auf 139 leicht an. In 87 Fällen, also bei 3,9 Prozent der Gesamtverkehrsunfälle, waren Senioren Hauptunfallverursacher. Ums Leben kamen im vergangenen Jahr fünf Senioren, wobei alle getöteten Senioren selbst Unfallverursacher waren. Hinsichtlich der Hauptunfallursachen stehen bei den über 65-jährigen Vorfahrtsverletzungen (25 Fälle) und Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren (18 Fälle) unverändert eindeutig im Vordergrund.
Kinder waren im abgelaufenen Jahr an insgesamt 20 Verkehrsunfällen beteiligt (2008: 28), verursacht haben sie davon aber keinen. In zwei Fällen handelte es sich um sogenannte Schulwegunfälle, was gegenüber dem Vorjahr einen Gleichstand bedeutet. Ums Leben kam hier erfreulicherweise kein Kind, jedoch wurden ein Schüler schwer und ein weiterer leicht verletzt.